Sabine Carola Pahlke

Liebe & Frieden zwischen Frau & Mann

14.12.2014                                 

 

Fleißig sitze ich nun schon seit gestern an meiner neuen Autorenhomepage und fand dabei diesen alten Presseartikel zu meinem Roman "Spannende Leichtigkeit". Las zur Überarbeitung den Text den ich einst dazu schrieb noch einmal durch. U.a. teilte ich darin mit, wie wichtig ich es empfinde, dass Mann und Frau über Themen wie Sexualität und auch Missbrauch miteinander sprechen.
So brachte mich "Laras reale Tagebuch", welches ich vor vielen Jahren in Romanform "Spannende Leichtigkeit"bringen durfte, auf meinen Weg und dieser landete bei meinem neuen erotischen Hörbuch "Tinkas Lieb-Haber"...

Zwei so unterschiedliche Romanwelten sind es. Laras Welt, direkt aus dem Leben gegriffen. Tinkas Welt, - eine Verschmelzung von Erlebnissen verschiedener Menschen, mit einer großen Portion Fantasie. Und dennoch in beiden das gleiche Hauptthema " LIEBE "...

In meinem Schreiben von einst, welches hier gleich folgen wird, steht ein Satz:

"Wahre Hingabe in der Sexualität beginnt mit der Öffnung des Herzens und dem Zulassen wahrer emotionaler Nähe und Tiefe."

DAS ist Tinkas Motivation in ihrem Hörbuch, wenn auch auf wahrlich unkonventionelle Weise

Zum Pressebericht / 20.10.2013 / schrieb ich damals: Der Artikel beschäftigte mich und so beschloss ich noch etwas dazu zu schreiben.

1. Zuerst möchte ich nochmal auf die Worte „sexuelle Gewalt" eingehen, welche im Artikel genannt werden.

In Laras Geschichte geht es nicht um gewaltvollen Missbrauch, sondern um ihre Auseinandersetzung mit „liebevollem sexuellen Missbrauch", welcher seine Folgen auf ihr Leben hatte. Es geht des Weiteren um erlebten emotionalen Missbrauch, welcher vielen Menschen gar nicht bewusst ist. Was Lara und mir in diesem Buch primär wichtig war, ist die Auseinandersetzung mit sich selbst und das Erkennen wie Missbrauch, Erziehung und Gesellschaft Lara und ihr Leben geprägt haben und wie sie die ersten Lösungsschritte sucht und findet um den Weg in die Freiheit zu gehen, welche sie nur in sich selbst finden kann. Das Missbrauchsthema läuft hier nur sozusagen "nebenbei" mit. Es war mir persönlich sehr wichtig, dass dieses Thema beim Lesen nicht "hinunterzieht". Daher gibt es als Ausgleich zur Erwähnung des Missbrauchs, wunderschöne erotische Passagen. Ich denke es geschafft zu haben, dass die Leichtigkeit des Romans, die schwereren Stellen kompensiert.

2. Artikelauszug: „Auch wenn die Thematik überwiegend Frauen ansprechen wird, wünscht sich Pahlke, dass auch Männer das Buch einmal zur Hand nehmen würden. Ihrer Auffassung nach scheitern viele Beziehungen an mangelnder Kommunikation zwischen den Partnern. "Männer und Frauen reden zu wenig miteinander. Viele Männer fragen sich, was in ihrer Partnerin vorgeht", sagt Pahlke."

Hier lächle ich ein wenig, denn ich denke, dass sich ein mancher Mann in den zwei männlichen Hauptdarstellern wiederfinden kann.

Was die Kommunikation zwischen Mann und Frau betrifft möchte ich noch mitteilen, dass Kommunikation für mich bedeutet, dass man nicht nur redet, sondern auch zuhört. Denn nur im wirklichen Zuhören und zwar mit dem "Herzen" und nicht mit dem "Kopf" können wir beginnen zu verstehen was der andere uns mitteilen möchte. Und mit dem Herzen sollten wir uns auch mitteilen können. Schaffen wir das nicht und so ist meine Erfahrung, besteht eine Kommunikation oftmals aus Angriff und Verteidigung, Bewertung und Verurteilung und natürlich Schuldzuweisung. Dann spielen wir unsere so wohlbekannten Rollen von Täter und Opfer weiter.

Vor langer Zeit sagte mir mal eine liebe weise Frau:" Sabine, du sollst reden, aussprechen". Ich verstand nicht wirklich was Sie mir mitteilen wollte, da ich doch eigentlich sogar eine Quasselstrippe war. Reden ist eben nicht gleich reden. Mitteilen, nicht gleich mitteilen. Heute weiß ich was sie meinte. Das Aussprechen was WIRKLICH in einem vorgeht. Das Aussprechen was Ereignisse mit einem machen und hinterfragen warum dem so ist, frei von der Verurteilung des Anderen und frei von Schuldzuweisungen. Das lehrte mich Lara. Das Herz auf der Zunge tragen, frei von Angst. Erzählen was im Innersten wirklich stattfindet. Frei davon zu denken man muss so und so sein, damit man geliebt wird. Wie soll mich ein anderer Mensch wirklich kennen lernen wenn ich das Wichtigste von mir nicht preisgebe? Wenn man es wagt sich kommunikativ zu öffnen, können kleine Wunder geschehen, denn der andere wird auch mutiger werden und sich beginnen zu öffnen. Freiwillig.

Und genau diese Weise von Kommunikation ist auch im Thema "Sexualität" unsagbar wichtig. Oft lebt man eine konventionelle Sexualität auf eine Weise wie man denkt, dass sie zu sein hat. So wie wir es eben lernten und vorgelebt bekamen, bekommen. Daraus entsteht leider zu oft die Variante, "sich zur Verfügung zu stellen" für den Partner, obwohl jede Faser in einem ein lautes NEIN ruft. (Hier sträuben sich bei mir die Haare) Oder man lebt eine wilde Sexualität in Form von One-Night-Stands bei denen jegliches Herzensgefühl fehlt.

 

SEXUALITÄT IST SO VIEL MEHR !!

Lara hatte in den letzten Jahren viele Gespräche mit "Mann" und es war erstaunlich was sie erfuhr. Sätze wie:

- "Frau soll doch den Mut haben mir zu sagen, was sie wirklich mag und wie sie es mag. Woher soll ich das wissen. Jeder ist doch anders. Und wenn

    ich abgelehnt werde, ohne dass mir erklärt wird warum, weiß ich doch gar nicht ob es nur für heute nicht in Ordnung ist oder ob es zu einer anderen

    Zeit auf andere Weise in Ordnung wäre".

 

- "Ich bin auch nur ein Mensch und kann nicht hellsehen. Wäre dankbar wenn ich mit Frau über Sexualität sprechen könnte".

- "Manchmal fühle ich mich einfach auch total unsicher".

Lara gab diese Sätze an „Mann" zurück *lächel. Auf beiden Seiten steht der Wunsch nach mehr Offenheit.

Wie auch immer. Lara stellte fest, dass "Mann" oft unter dem Leistungsdruck steht Frau befriedigen zu müssen/zu wollen. "Frau" steht unter Leistungsdruck die Befriedigung erreichen zu müssen. etc. etc. Meist ist in der Sexualität einfach zu viel "Druck" da und die Angst zu versagen. Kommunikation auf Herzensbasis kann hier Vieles ändern.

Außerdem erfuhr Lara von einigen Männern, dass sie schon in Kontakt mit Missbrauchsbetroffenen waren und einfach nicht wussten was sie tun können um zu helfen. Sie versuchten und versuchten und kamen nicht an "Person" heran. Liebe konnte nicht gelebt werden. Beziehungen gingen dadurch kaputt. Und manche Männer gaben sich die Schuld und fühlten sich als Versager. Und wenn wir von der Circastatistik ausgehen, dass jede 3. Frau Missbrauch erlebt hat und viele Frauen darüber gar nicht reden, kann man sich vorstellen dass „Mann" also auch auf eine Betroffene treffen kann ohne DAS zu wissen.

Daher ist es meiner Wahrnehmung nach so wichtig, dass Themen wie Missbrauch und Sexualität nicht mehr tabuisiert werden. Auch nicht zwischen Mann und Frau. Zeit, dass Betroffene sich mutig mitteilen. Damit sich etwas ändern kann. Damit Ängste gehen können. Damit Scham und Schuldgefühle bei Betroffenen gehen können. Damit ein gegenseitiges Fühlen und Verständnis da sein kann. Es wird Zeit für Öffnung, gerade für Kommunikation. Das ist ein großer Herzenswunsch von mir.

Wahre Hingabe in der Sexualität beginnt mit der Öffnung des Herzens und dem Zulassen wahrer emotionaler Nähe und Tiefe. Herzensöffnung bedeutet für mich "Vertrauen" haben. Es ist so schwer zu „vertrauen", wenn man in der Vergangenheit Missbrauch in welcher Form auch immer erlebt hat! Heilung kann man hier nur Schritt für Schritt erfahren, doch es lohnt sich den ersten Schritt zu tun. Hilfreich dabei ist meiner Wahrnehmung nach offene ehrliche Kommunikation. Auch das lehrte mich Lara.

Vertrauen in mein Gegenüber wird leichter wenn ich mir selbst vertraue. Mir selbst vertrauen kann ich, wenn ich mutig den Weg zur Offenheit und Authentizität gehe. Mein Mut, zeigt mir auch meine Kraft. Meine Kraft zu fühlen brauche ich um mir selbst vertrauen zu können. Denn wenn ich in meiner Kraft bin, kann ich nicht mehr wirklich verletzt werden und DANN kann ich mich dem Gegenüber wirklich öffnen.

So viel könnte ihr hierzu noch schreiben…

Sabine C. Pahlke